Ein Feuerzeug, ein Stück Holz, eine Klammer: Beim Spürhundesport lernt der Hund, genau einen Gegenstand zu finden und ihn ruhig anzuzeigen. Viel braucht es dafür nicht – ein paar Gegenstände, eine Leine, Leckerchen und ein Stück Garten.
Auf dieser Seite erklärt Karin Sänger, wie die Sportart entstanden ist, wie Trümmersuche, Flächensuche und Behältnisstrecke ablaufen und warum Terrier den Gegenstand manchmal lieber herauskratzen würden, statt ihn anzuzeigen. Unten beantwortet sie die häufigsten Fragen zum Einstieg.
Entstanden ist diese noch junge Sportart, kurz SHS genannt, aus der Idee, die faszinierende Nasenarbeit von Polizei-, Zoll- und Rettungshunden für den Hundesport nutzbar zu machen. Dort wird die außergewöhnliche Leistungsfähigkeit der Hundenase schon seit vielen Jahren erfolgreich bei unterschiedlichsten Suchaufgaben eingesetzt.
SpürHundeSport wurde im Jahr 2022 offiziell vom VDH anerkannt und ist für Sport- und Familienhunde gleichermaßen geeignet. Im Mittelpunkt steht die natürliche Fähigkeit des Hundes, Gerüche aufzunehmen, zu unterscheiden und gezielt zu suchen.
Beim Spürhundesport lernt der Hund, einen bestimmten Gegenstand – zum Beispiel ein Feuerzeug, ein Stück Holz, eine Klammer oder Leder – gezielt zu suchen, zu finden und durch eine passive Anzeige anzuzeigen.
Die Sucharbeit stärkt das gegenseitige Vertrauen und die Bindung im Mensch-Hund-Team. Gleichzeitig bietet sie eine abwechslungsreiche und anspruchsvolle geistige und körperliche Auslastung für den Hund.
SHS erfordert eine ruhige und konzentrierte Arbeitsweise. Davon profitieren auch ängstliche, unsichere oder sehr temperamentvolle Hunde. Die gezielte Nasenarbeit hilft ihnen, zur Ruhe zu kommen und sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren.
Beim SHS gibt es drei Suchdisziplinen und drei Leistungsklassen im Wettkampfsport. Die Sparten sind Trümmersuche, Flächensuche und Behältnisstrecke, jeweils in den Leistungsklassen 1, 2 und 3. Bei den Prüfungen kann in jeder Sparte als Einzeldisziplin angetreten werden oder in allen dreien als Dreikampf.
Das Trümmerfeld (Größe 4 × 4 Meter) besteht aus einer Ansammlung verschiedener Gegenstände, die kunterbunt zusammengestellt werden. Der Hund muss sich durch das Trümmerfeld arbeiten, seinen Suchgegenstand finden und diesen möglichst nah und ruhig mit der Nase anzeigen.
Bei der Flächensuche wird der Suchgegenstand auf einer abgegrenzten und abgesteckten Wiesenfläche ausgelegt. Der Hund soll ihn selbstständig suchen und anschließend anzeigen.
Je nach Leistungsklasse beträgt die Größe der Suchfläche 10 × 20 bis 10 × 30 Meter. In der Mitte der Fläche befindet sich ein 1 Meter breiter Mittelpfad, den der Hundeführer während der Suche nicht verlassen darf.
Bei der Behältnisstrecke werden, je nach Leistungsklasse, verschiedene Behältnisse wie Koffer, Plastikteile, Holzkisten oder Eimer eingesetzt. Meist handelt es sich um Eimer, in die innen mehrere kleinere Behälter, häufig aus Glas, eingebaut sind. Diese sind mit zahlreichen Löchern versehen, durch die der Geruch des Suchgegenstandes nach außen dringen kann.
Die Behältnisse werden in einer Reihe aufgestellt. Der Hund muss sowohl die Behältnisse als auch die Vielzahl der Öffnungen gründlich absuchen, den Suchgegenstand erschnüffeln und ihn anschließend anzeigen.
Die Regeln im Einzelnen stehen in der Prüfungsordnung Spürhundesport des VDH (PDF, gültig ab 1. Juli 2022).
Terrier sind leicht zu motivieren, haben einen großen Arbeitswillen und ein hervorragendes Durchhaltevermögen. Dazu kommt ihre ausgezeichnete Nasenleistung. Als ursprüngliche Bauhunde neigen sie allerdings gerne dazu, den versteckten Gegenstand nicht nur anzuzeigen, sondern ihn gleich mit den Pfoten herauszukratzen.
Daher ist es bei Terriern manchmal etwas schwieriger, eine ruhige Anzeige zu erreichen. Aber wenn es passt, sind unsere Terrier für den SHS geradezu perfekt geeignet.
Beim Mantrailing sucht der Hund den Individualgeruch einer bestimmten Person. Bei der Fährtenarbeit folgt er einer Fährte, die durch Bodenverletzungen entstanden ist. Beim Spürhundesport sucht er dagegen seinen eigenen, zuvor festgelegten Gegenstand, der versteckt wurde, und zeigt ihn durch eine passive Anzeige an.
Für den Einstieg benötigt man zunächst einen festen Gegenstand aus einem geeigneten Material, zum Beispiel Leder, Kork, Filz oder Hanf. Ideal ist ein Gegenstand, der sich teilen lässt. Am besten hat man gleich mehrere gleiche Gegenstände in unterschiedlichen Größen zur Verfügung – auch für den Fall, dass einmal einer verloren geht.
Die Gegenstände sollten möglichst geruchsneutral und sicher aufbewahrt werden, zum Beispiel in einem Glas mit Deckel. Für die ersten Übungen braucht man außerdem ein Halsband oder Geschirr, eine Leine und natürlich viele kleine, schmackhafte Leckerlis als Belohnung.
Der Hund muss mindestens 15 Monate alt sein. Außerdem muss er über Chip oder Tätowierung identifizierbar und haftpflichtversichert sein, und der Hundeführer muss einem Verein im VDH angehören.
Inzwischen bieten viele Hundesportvereine im VDH diese noch junge Sportart an. Wer keinen in der Nähe findet, darf sich gern an Karin Sänger wenden – sie hilft bei Fragen und bei der Suche nach einem Verein: prt-foxburys@web.de, Telefon 08661 983878.
© Text und Fotos: Karin Sänger